Flash

Flash - Grausiges Speed-Force-Zeug


Dawn of DC
von Si Spurrier, Mike Deodato Jr., Trish Mulvihill
Rezension von Gabriel Zupcan | 21. Juli 2024

Flash - Grausiges Speed-Force-Zeug

Flash ist wieder die Nr. 1: Wally West darf wieder den Premium-Haupt-Flash geben. Als Familientier muss er gleichzeitig neue Anwendungen der Speed Force erkunden und sich mit physikalisch-theoretischen Phänomenen herumschlagen. Unter dem aktuellen „Dawn of DC“-Label wagen wir uns in bislang nicht erkundete Welten mit einer neuen Erstausgabe.

Ein weiterer „Dawn of DC“-Neustart. Der Flash-Titel geht an Wally West (man beachte die Maske und das Symbol auf der Brust, um ihn von seinem Lehrmeister Barry Allen zu unterscheiden). Die Ausgangslage ist nicht übel. Wally ist mit Iris Park verheiratet und hat drei Super-Kinder. „Super“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn ihre Superkräfte erwachen und das auf recht unterschiedliche Weise. Gleichzeitig arbeitet Wally für Genie und Superheld Michael Holt, auch bekannt als „Mr. Terrific“. Die beiden haben es mit Angriffen einer Gorilla-Spezialeinheit zu tun, die – wie könnte es anders sein –, für Grodd arbeitet. Die bösen Affen entfesseln seltsame Technologien, aus denen Wally und Michael nicht schlau werden. Der Flash stößt beim Kampf gegen Grodds Jünger auf weitere, noch weitaus seltsamere Wesen aus einer anderen Dimension, deren Ziele unklar bleiben. Doch alles dürfte mit Wally, seiner Familie und deren Verbindung zur Speed Force zusammenhängen. Und was ist eigentlich mit Barry Allen, dem Mentor von Wally? Warum herrscht zwischen den beiden Flashes eine Eiszeit?

Si Spurrier, der neue Autor bei Flash, hat eine fesselnde Art zu schreiben und zu erzählen. Mit vielen inneren Monologen, gefüllt mit Text und zahlreichen kleinen Panels, wird sehr viel Handlung in die Seiten gepackt. Dabei scheint Spurrier einen Hang dazu zu haben neue, mysteriöse Begriffe einzubauen, die wie erfunden klingen, jedoch in der Realität existieren. Der „Seltsame Attraktor“ lässt grüßen. Wally verwendet dafür den volksnahen Begriff „Grausiges Speed-Force-Zeug“, das auch als recht eigenwilliger Titel der Erstausgabe gewählt wurde. Kenntnisse theoretischer Physik sind möglicherweise für den Genuss der Geschichte hilfreich, aber eigentlich nicht zwingend notwendig. Schon bei Star Trek wurde schließlich die Polarität umgekehrt, ohne dass der Zuschauer viel Ahnung von Polaritäten oder Deflektoren hatte. Als Autor bei „Warhammer“ hat Spurrier möglicherweise auch eine Vorliebe für gruselige kosmische Entitäten gesammelt, die sich in nicht-euklidischen Winkeln des Universums verstecken. Die Wesen, mit denen der Flash es hier zu tun bekommt, sind gutes Material für Alpträume. Der Mythos der Speed Force wird erweitert. Es ist nicht nur ein mystisches Kraftfeld, das Supergeschwindigkeit verleiht, oder die Möglichkeit in der Zeit zu reisen bietet. Hier ist die Speed Force ein Phänomen, das die Wissenschaft noch nicht erklären kann und das eine Grundlage in real diskutierter Theorie hat. Ein interessantes Gimmick, das jedoch vor allem überzeugt, ist die aufregende Erzählweise, die ein Puzzle aufbaut und in einem genialen Cliffhanger mündet. Heft 2 hat hier so einige Fragen zu beantworten.
Illustriert wird die Serie von Mike Deodato jr., einem mehr als nur bekannten Comiczeichner, der die Geschwindigkeit des Flash perfekt einfängt. Trish Mulvihills düster-farbenfrohe Palette bringt die seltsamen Effekte und Entitäten denen der Flash bei seinen Trips in die Speed Force begegnet zum Lleuchten. Grafisch ist dieser Band ein absoluter Genuss und gehört mit zum Besten, was das Superhelden-Genre derzeit so bietet.

Überraschend düster, grüblerisch, aber auch mit der typischen optimistischen Energie des Flash geladen, übernimmt Wally West nach langer Zeit wieder die Serie. Wer den Rotschopf auch nur ein Quäntchen vermisst hat, muss sich hier einlesen: Kosmischer Horror vs. Speed Force Heldentum, eine großartige erste Ausgabe.

Details

Bewertung

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