Fables

Fables: Im tiefen, dunklen Wald 2

von Bill Willingham, Mark Buckingham (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. Juni 2024

Fables: Im tiefen, dunklen Wald 2

Es gibt eine Menge guter und schlechter Gründe, warum man alles zerstören will, was um einen herum aufgebaut wurde. Es könnte sich um ein Gefängnis handeln, das Werk des eigenen Erzfeindes oder vieles mehr. Einer der schlechtesten Gründe, um mit Rundumschlägen zu beginnen, ist persönliche Eitelkeit. So gut wie jede Variante kommt im zweiten Teil von „Im tiefen, dunklen Wald“ aus dem Fables-Universum, erschaffen von Bill Willingham und Mark Buckingham, vor.

Wenn alles gut läuft, kann nichts Bigby Wolf und seine Sippe aufhalten, auch keine Gefangenschaft in einer Tassenwelt, die auf dem Rücken einer Schildkröte transportiert wird. Man verliebt sich in Kinder von Göttern und macht sich sein eigenes Land untertan, selbst wenn es der tiefe, dunkle Wald ist. In einer Welt, in der Märchen und Sagen wahr sind oder werden, kommt jedoch immer wieder ein anderer unliebsamer Zeitgenosse um die Ecke. In diesem Fall ist es eine frustrierte, düstere Variante von Peter Pan, der seine Tinkerbell als Sklavin hält. Und der nach einer unbeabsichtigten Kollision mit einem Kind von Bigby deren gesamte Familie zum Tode verurteilt. Das führt zu einem ziemlichen Chaos, bei dem alte Götter, eigentliche Hüter des Waldes, selbsternannte Landbesitzer und natürlich der große, böse Wolf mitmischen. Aber auch Schwerter, abgetrennte Gliedmaßen und Déjà-vus spielen eine wichtige Rolle.

Lange hat es gedauert, bis der zweite und finale Band von „Im tiefen, dunklen Wald“ erschienen ist. Man fühlte sich in der Zwischenzeit ein wenig in der Luft hängen gelassen. Nun, nach dem Erscheinen, muss man leider festhalten, dass das Werk nicht so überzeugend wie erwartet ist. Anstatt sich an der Weiterentwicklung und komplexen aber ungefährlichen Herausforderungen an die Jungwölfen erfreuen zu können, muss man den eigentlich reichlich hirnrissigen Angriff eines arroganten Schnösels mit einer Geheimwaffe verfolgen. Eine Situation, die zwar zu einigen Todesfällen und schweren Verletzungen führt, sonst aber nicht wirklich viel Spaß macht. Das eigentlich interessante Thema, die mögliche Wegbereitung zu späteren anderen Geschichten wird dann schnell, schnell abgehandelt. Und genau das macht den Band nach dem ersten Teil mehr als unbefriedigend.

Der zweite Band von „Im tiefen, dunklen Wald“ von Bill Willingham und Mark Buckingham enttäuscht leider. Die in der ersten Hälfte aufgebauten Handlungsstränge werden entweder rasch gekappt, oder am Ende ganz kurz abgehandelt. Die Haupthandlung des vorliegenden Bandes ist leider nicht überzeugend und kann außer mit Blut und Kampf mit wenigem aufwarten, was beim Lesen bei der Stange hält. Schade, hier wurde viel Potenzial verschenkt.

Details

Bewertung

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